Sensation! Höhlensystem unter Kamenzer Schießstand entdeckt!

Sensationsfund in Kamenz: Bei Rodungsarbeiten anlässlich des letzten Arbeitseinsatzes entdeckten Mitglieder der Schützengesellschaft Kamenz e. V. zufällig den Zugang zu einem bisher unbekannten Höhlensystem.

Platzwart Marco Schötz erinnert sich: „Wir haben im Rahmen der Vorbereitungen zum Bau unserer neuen 100-Meter-Bahn etwas Gestrüpp entfernt, als wir ein Loch im Boden entdeckten. Zunächst dachten wir, es wäre ein vergessener Zugang zu einer Anzeigerdeckung der einstmals vorhandenen Armee-Schießanlage, doch wir erkannten bald, dass das etwas anderes sein muss.“

Neugierig geworden, erkundeten zunächst drei Schützenbrüder die neu entdeckte Erdöffnung. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die vorhandenen Sicherungsseile mit 100 Meter Gesamtlänge bei weitem nicht ausreichend waren, so dass man das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie die Bergakademie in Freiberg um Unterstützung bat.

Bald darauf konnte mit Hilfestellung der Experten eine professionelle Erkundung starten und so wurde es bald zur Gewissheit, dass man ein bis dato unbekanntes Höhensystem entdeckt hatte!

Enorme Ausmaße

Mittels modernster Vermessungstechnik waren nach wenigen Tagen die Ausmaße der unterirdischen Räume klar: Vom Höhlenzugang auf dem Schießplatz erstrecken sich die Felsöffnungen über mindestens 25 Kilometer nach Norden, fünfeinhalb Kilometer nach Süden sowie jeweils knapp 17 Kilometer nach Osten und Westen. Und dies ist nur der trockenen Fußes begehbare Teil! Die ebenfalls entdeckten Wasserläufe lassen vermuten, dass es auch direkte Verbindungen bis zur Mecklenburger Seenplatte sowie bis zur Elbe gibt.

Präsident Dieter Raack in der ersten Höhlenkammer. Oben der zufällig entdeckte Zugang.

Ergiebige Lagerstätten

Außerdem entdeckten die Geologen aus Freiberg in den ersten Gesteinsproben Spuren verschiedenster Mineralien und Erze, die auf ausgedehnte Lagerstätten hindeuten. Ersten Schätzungen zu Folge lagern, nach derzeitigen Weltmarktpreisen, Rohstoffe im Wert von einigen Milliarden Euro in der Erde unter dem Schießstand.

Auch wenn die Schützengesellschaft bei einer Ausbeutung der Bodenschätze nur eine Vergütung im Promillebereich erhalten wird, könnte sie doch zum reichsten Verein Deutschlands, wenn nicht Europas aufsteigen. SGK-Geschäftsführer Thomas Reinecke zeigt sich deshalb auch verhalten optimistisch: „Vielleicht können wir und ein paar Scheibenzuganlagen für den 25-Meter-Stand leisten und müssen nicht mehr zum Scheibenwechseln im Matsch stehen…“

Einer der zahlreichen Hohlräume, zwecks besserer Orientierung bereits beschildert.

Noch ist es aber nicht so weit und ob nun ein kommerzieller Abbau der Mineralien und Erze erfolgt oder ob man das Höhlensystem doch zu einer Touristenattraktion von überregionaler Bedeutung ausbaut, wird derzeit noch diskutiert.

Die unterirdischen Wasserläufe sind auch mit dem Teufelsbruch Biehla und der dortigen Wasserski-Biathlonanlage verbunden

Kostenlose Besichtigung am Ostersonntag

Wer am Ostersonntag noch nichts vor hat und sich für eine Besichtigung des Höhlensystems interessiert, ist dazu herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, Schutzkleidung und -helm werden vor Ort kostenlos gestellt. Die erste Führung beginnt am 1.4. um 14.14 Uhr, Treffpunkt ist die Nebeneingangstür am Schießstand. Pressesprecher Benedikt Krainz hat aber eine Bitte an die Besucher: „Gefundene Ostereier dürfen natürlich behalten werden, aber wir bitten unsere Gäste, keine Edelmetalle und -steine  von den Höhlenwänden zu kratzen.“
Die letzte Führung beginnt um 22.30 Uhr, die Veranstaltung endet eine Minute vor Mitternacht.

 

Ein Kommentar zu “Sensation! Höhlensystem unter Kamenzer Schießstand entdeckt!
  1. Anton Winter sagt:

    Ich hoffe ihr nehmt noch Mitglieder auf?! Ich will auch mal Mitglied in einem reichen Verein sein!! Ist jetzt von mir aus schon eine Ecke, aber ich könnte euch ja meine Kontoverbindung schicken!

    Vielen Dank für deine Anfrage. Ja, selbstverständlich nehmen wir Mitglieder auf. Allerdings beträgt seit dem 1.4. die Aufnahmegebühr € 750.000.

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